Die erste Woche

Weil ich grad hundemüd bin von den vergangenen langen Arbeitstagen auf dem Hof, hier nur in Kürze, welches Spektrum an Tätigkeiten in den letzten Tagen so anfiel:
  • Eine schöne alte Bank abgeschliffen um sie danach wieder mit Holzschutz anstreichen zu können.
  • Brennesseljauche angesetzt. Stinkt nach 5 Tagen in der prallen Sonne schon gewaltig nach faulen Eiern (=>Schwefelwasserstoff, H2S). Werden wir demnächst abseihen und als Dünger und allgemeine Stärkung für Radieschen etc. verwenden.
  • täglich: zuerst: Spargelstechen, dann frühs und abends Tiere füttern. Zwischendurch frisches Grünfutter schneiden mit der Sense. Danach ggfs. die Auslagen im Hofladen nachfüllen. Dieser ist seit 1.Mai täglich von 10-18 Uhr geöffnet, sprich wir kleben alle währenddessen bei all unsren anderen Tätigkeiten immer mit 1 Ohr an der Glocke neben dessen Tür.
  • Den ersten vier Reihen Erdbeerpflanzen wieder zu nem kleinen Vorsprung verholfen gegenüber dem sie dicht umzingelnden Wildgemüse. Zwischen den Reihen wurde der Boden mit einer Fräse gelockert und dafür wars jetzt auch höchste Eisenbahn. Denn die Erdbeeren gehen nun gerade in die Blüte und man schneidet sonst die Blütentriebe mit der Fräse ab. Beim Wildgemüse auslichten beobachtet, dass noch viel mehr Pflanzen Pfahlwurzeln ausbilden, als ich bislang auf dem Schirm hatte. (z.B. Hirtentäschelkraut, Strahlenlose kamille, Storchschnabel,...) Und viele wachsen schlauerweise ganz direkt neben den Erdbeerpflanzen, so daß man sie nur von Hand ziehen kann...
  • Zwischendurch, v.a. während der Mittagsstunden, Bastelarbeiten wie Dachlatten zusägen und streichen, als Abstandshalter für Rankgitter; Pavillons ab- und anderswo wieder aufbauen, Löwenzahnblüten sammeln, aus dem wir übermorgen Gelee für den Hofladen kochen.
  • Aber es gibt auch immer wieder genügend Pausen dazwischen. Heute hab ich das Baumhaus auf dem Gelände mal genauer ins Visier genommen. Hatte vor, mir da ein Lager für den Sommer einzurichten, doch ist es leider schon viel zu wacklig dafür... Evtl. lässt sich das aber beizeiten noch etwas stabilisieren.
  • Wir wollen bei einer der Erdbeer-Reihen diesen Frühling einen kleinen Versuch starten und einen Teil davon statt wie bislang mit Strohhäcksel mit Rohwolle mulchen. Der Boden dort hält durch seinen hohen Lehmgehalt das Wasser recht gut (Tieflehmfahlerde, Grundmoräne mit ordentlich Geschiebemergel im Untergrund), was Schnecken entgegenkommt. Diese kriechen aber anscheinend über Rohwolle nur sehr ungern drüber. Wir sind neugierig zu sehen, wie sich Schafrohwolle als Mulchmaterial verhält. Ggfs. müssen wir sie vorher wegen ihres wohl recht hohen Salzgehaltes, noch kurz durchspülen.
  • Etwa die Hälfte der noch grünen Johannisbeeren und die kompletten Triebspitzen des großen Walnußbaumes auf dem Hof haben die Nachtfröste in der verganenen Woche leider nicht überlebt. Die Apfelbäume sind unterschiedlich stark betroffen. Jedenfalls wird es dieses Jahr wieder keine Nüsse und nur recht wenig Äpfel und rote Joannisbeeren geben. Die schwarzen Johannisbeersträucher hat der Frost seltsamerweise weniger stark mitgenommen.
  • Durch die seit Mitte April andauernde Trockenheit in diesem Frühjahr ist der Graben am Rand des Hofgeländes schon komplett trockengefallen. Und der noch ganz leicht feuchte Schlamm dieses doch recht nährstoffreichen Gewässers, ist bereits über und über mit Regenwurmhäufchen besiedelt. D.h. da gibts für die wohl mehr als genug zu futtern.
  • Auf dem einen kleinen Schlag, der im Frühjahr als erst zuletzt ausreichend abtrocknet um ihn bestellen zu können, wächst nun eine größere Population des Mäuseschwänzchens (Myosurus minimus), das nur an solch sog. Ackernasstellen vorkommt und in manchen Bundesländern Deutschlands auf der Roten Liste steht. Auf dieser Fläche soll dieses Jahr zur Hälfte Kürbis, zur Hälfte Mais angebaut werden.
Soviel für heute.