Die dritte Woche (Entwurf)

- Seit Montag neue kollegin Adriane, sie arbeitet 2-3h pro tag mit und ist mir sehr sympathisch.
- Wildgemüseernte in Erdbeerreihen, dabei Löwenzahnwurzeln für Köwenzahnkaffee eingesammelt, Jäterei v.a. direkt im Anschluß ans Spargelstechen wegen dauerhaft gebücktem Stehen sehr anstrengend für den Rücken. Erdbeerblüte schon zur Hälfte durch, die ersten Früchte werden schon leicht rosa, daher höchste Eisenbahn um noch vor der Fruchtreife mit Strohhäcksel mulchen zu können. Erste Salate und Frühkartoffeln auch bald soweit
- Löwenzahngelee ist nun endlich fertig etikettiert.
- 30 verschiedene Kürbissorten gesät. 2,5m x 1m Abstand zwischen den Pflanzen; bewährte Reihen- und sortenmarkierung mit von Folientunneln zweckentfremdeten langen dünnen Metallstäben, auf die die Saatguttüten aufgepiekt werden. Anfangs lustiger Anblick, der im Herbst großes Rätselraten erspart, v.a. bei den äußerlich teils recht ähnlichen Sorten.
- tierkindernachwuchs am freitag: hühnerküken geschlüpft, hasenkinder geboren, 2 8 wochen alte katzenkinder eingezogen
- Samstag früh: die zwei jüngsten schweine haben sich während dem ausmisten wieder draußen ausgetobt. sie waren total energiegeladen und übermütig. Diesmal war meine Kamera aber griffbereit.
- Samstag tagsüber: traditionelles Backofenfest im dorf. am Stand aufm Fesplatz die selbstgemachten Köstlichkeiten vom hofladen erfolgreich unters Volk gebracht, zwischendurch die übers Dorf verstreuten Feldsteinbacköfen angeschaut.
- freitag Kräuterbutter zusammengematscht.
- Elektrozaun um Hofflächen geplant um Wildschweine dieses Jahr endlich vom umpflügen v.a. der Kartoffelfelder abzuhalten
- 15mm Niederschlag in der Nacht bedeutet beim hiesigen Boden (Tieflehmfahlerde): aus Spargelstechen wird am nächsten Morgen ne regelrechte Schlammschlacht.

- Ernährung - die Zweite: Wildkräutersalat-Test und Spargelstricknadeln. Begebe mich immer mehr in direkte Grünfutterkonkurrenz zu den Kaninchen. :D
Hab in den letzten Tagen immer mehr Heißhunger auf mehr Abwechslung, frisches Grün, Vitamine und Ballaststoffe auf dem Teller entwickelt. Um also die hier noch tolerierten Nischen dafür auszuloten (und dabei aber keinem auf den Schlips zu treten), wollt ich am Donnerstag die möglichen Reaktionen meiner hiesigen Mitmenschen auf ne große Schüssel Wildkräutersalat kennenlernen... Eineinhalb davon haben ihn bestanden. Der Rest ist noch nicht angetreten. ;-)
Und unter Spargelstricknadeln sind stricknadeldünne Spargelstangen zu verstehn, die nach meinen bisherigen Beobachtungen beim Waschen sonst eh aussortiert würden und dann auf dem Misthaufen landen. Nur weil sie zu dünn zum Schälen sind. Das braucht man bei denen aber auch gar nicht sondern kann sie einfach roh wegknuspern. Sie schmecken übrigens so ähnlich wie frisch aus der Schote gepute grüne Erbsen. Für mich sind sie nun noch bis zum Ende der Spargelzeit am 24. Juni jedenfalls ne willkommene tägliche Bereicherung.