Zwischenstand Ende Juni

Wegen eines Trauerfalls in der Verwandtschaft fuhr ich Mitte Juni für etwa 1,5 Wochen zu meiner Familie.

Die Spargelzeit ist um. Genau genommen seit dem 22. Juni, sprich zwei Tage eher als ursprünglich geplant, weil ihr Ende in eine sehr regenreiche Witterung fiel, so dass die Wurzeln allen Grünzeugs wieder ordentlich nach Luft japsten (die Gemüseäcker standen partiell unter Wasser). D.h. weil der Boden dann weich wird wie Pudding, wärs unmöglich gewesen dann noch mit dem Trecker über die Fläche zu fahren, mit dem Gerät hintendran, das die Spargeldämme auseinanderzieht. Erst im nächsten zeitigen Frühjahr werden sie dann wieder aufgehäufelt. Das hat u.a. den großen Vorteil, dass der Boden dann zum Beginn der neuen Saison schön locker ist, was das Stechen wesentlich erleichtert. Und Wildkräuter haben nebenbei etwas schlechtere Karten.

In der Konsequenz heißt das nun aber auch, dass der Vormittag dadurch seinen bisherigen schon fast korsettartigen Rahmen verliert. Der Mann meiner Chefin hat derzeit auch Urlaub, dh. er arbeitet währenddessen den ganzen Tag hier auf dem Betrieb mit, statt auf dem seines Arbeitgebers. D.h. auch, wir alle fangen derweils nun frühs erst um 8 statt um 7 an.

Seit der Arbeitsvertrag von Adriane auslief, bin ich wieder die einzige nicht-familieninterne Aushilfe hier. Nur die tägliche stundenlange Jäterei blieb mir erhalten... Auf der einen Seite wird sie mir schon langsam zuviel, andererseits lässt sich dabei aber auch - sofern man ne kleine Wissenschaft draus macht - ne Menge zur Ökologie, speziell bzgl. Konkurrenz, Entwicklungsgeschwindigkeit, Ausbreitungsstrategien, etc. der verschiedenen Wildkräuter beobachten und lernen. Und man ist danach in der Lage, die Arten rein anhand ihrer Stengelbasis zu bestimmen. Das ist ganz hilfreich, wenn man z.b. um den Kulturpflanzen so schnell wie möglich Luft zu verschaffen, erstmal nur dem dominantesten Wildgemüse zuleibe rücken will. Oder man kriegt ein Gefühl dafür, welche Wildkräuter subito aus dem Boden raus sollten, wenn er gerade vom Regen etwas aufgeweicht wurde, die sonst bei Betonboden nur ebenerdig abreißen um danach gleich wieder neu auszutreiben... Der Teufel steckt mal wieder massenhaft im Detail...

Die Erdbeerernte neigt sich ebenfalls ihrem Ende zu, u.a. führte die naßkalte Witterung der letzten Wochen dazu, dass einige Früchte zu schimmeln begannen.
Etwa ein Drittel der Zwiebeln vertrugen die Nässe an den Wurzeln ebenfalls schlecht, so dass sich Mehltau auf ihren Blättern breit machen konnte. Hoffe mal es wird wieder etwas trockener, damit sie sich etwas erholen können.
Die Johannisbeeren sind nun schon so reif, dass sie in den nächsten Tagen geerntet werden könnten.

Minka, die kleine Katze, die vom Baum gefallen war, hat sich sehr gut erholt, sie hält zwar ihren Kopf immer noch ziemlich schief, aber hat ihr Gleichgewicht wieder im Griff und darf zusammen mit ihrer Schwester auch wieder draußen herumtollen. Nur ist sie nun etwas kleiner als ihre Schwester...

Die Hühnerküken sind doppelt so groß wie vor meiner Abreise, haben nun alle schon ihr komplettes Gefieder. Eine der beiden Glucken hat sie auch schon verlassen und begann schon wieder neue Eier zu legen, während die andere Glucke nach wie vor mit den Kleinen den Misthaufen auseinanderscharrt. :)

Die Enten und Gänse sind nun tagsüber hinten auf einem eingezäunten Stück Wiese, mit dem Nebeneffekt, dass sich ihre Tretminen ebenfalls dorthin verlagern statt wie bisher im Hof herumzuliegen.
Sie sind nicht ganz so stark gewachsen wie die Hühnerküken, ihr Gefieder ist nun aber ebenfalls schon fast komplett. Aber ein extrem schreckhaftes Volk sind sie nach wie vor...