Vitamin D3, Vitamin K2 und Natto Selbermachen

In diesem Artikel geht es im ersten Teil um wichtige Zusammenhänge zwischen Vitamin D3, Vitamin K2 und welche weitreichende Rolle diese beiden u.a. auf die Gesundheit unserer Zähne, Knochen, Blutgefäße, unserer Atemwege, unserer Haut (Stichwort Sonnenbrandgefährdung), unsere Stimmung, entzündliche Prozesse, u.v.m. haben.
Im zweiten Teil teile ich dann mit euch meine bisherigen Erfahrungen zum Selbermachen von Natto, dem mit großem Abstand einzigen Lebensmittel mit nennenswertem Gehalt an Vitamin K2 sowie mit darüberhinaus einigen weiteren positiven Effekten auf unsere Gesundheit (u.a. Stichwort Darmflora), die Vitamin-K2-Öle nicht bringen können.

Teil 1: Warum bzw wozu denn das alles - und was ist Natto überhaupt?

Natto wird hergestellt, indem gekochte Sojabohnen mit dem Bacillus subtilis subsp. natto angeimpft und dann ca 12h +/- bei knapp 40°C von diesem fermentiert werden.
Fertiges Natto sieht aus wie weiß überzogene Bohnen mit geschmolzenem geriebenem, gut untergehobenen Käse drüber. Sprich winzige feine Fäden ziehend, wenn mans heiß genug animpft auch praktisch gar nicht schleimig (deutlich weniger als eingeweichte Lein- oder Chiasaat) und vom Geschmack her je nach Fermentationsdauer und Temperatur zwischen mild bis ammoniakalisch (je kürzer und wärmer, desto milder).

Der Bacillus subtilis ist im Allgemeinen überall (ubiquitär) verbreitet, mit besonders hoher Konzentration in reifem Kompost. Und er ist besonders konkurrenzstark und für uns nicht pathogen, dh kein Krankheitserreger. Mit Komposttee lassen sich z.B. sehr effektiv div. Schadpilze und -Bakterien von Obstbäumen und Gemüsepflanzen verdrängen ;-) Soviel dazu nur der rudimentären Vollständigkeit halber.

Der Bacillus subtilis der Unterart "natto" kommt ursprünglich v.a. auf Reisstroh vor. Er produziert bei der Fermentation der Sojabohnen beträchtliche Mengen Vitamin K2 der Variante MK-7. Dieses ist für einen funktionierenden Calcium-Magnesium-Stoffwechsel unverzichtbar, da es die Eiweiße, die durchs Vitamin D3 (das eigentlich ein Hormon ist) gebildet werden, überhaupt erst funktionsfähig macht (decarboxyliert).
D.h. wenn man mal einen Vitamin D3-Spiegel oberhalb 30ng/dl im Blut-Serum voraussetzt, nützt einem das unterm Strich null Komma nix, wenn man gleichzeitig einen zu niedrigen Vitamin K2-Spiegel hat.
30 ng/dl D3-OH25 ist die offizielle Grenze, unterhalb der man einen Vitamin D3 Mangel hat. 98% der Bevölkerung Deutschlands liegen weit darunter, bis hin zur Nachweisgrenze. Ein gesunder Spiegel liegt meiner Erfahrung nach irgendwo zwischen 60-100 ng/dl. D.h. je länger man schon chronischen Vit D Mangel hatte, desto höher der Zielwert bzw alte Leut sollten es unbedingt höher dosieren als jüngere.

Vitamin K2 erfüllt nämlich nicht nur sämtliche Funktionen des bzgl Blutgerinnung bekannten Vitamin K1, das zb in grünem Blattgemüse vorkommt, sondern ist darüber hinaus für die Aufnahme und Einlagerung von Calcium und Magnesium in Zähne und Knochen unverzichtbar, verringert damit Arteriosklerosegefahr bzw macht diese weitestgehend rückgängig und beugt der gerade bei hohen Dosen Vitamin D3 gefürchteten Hypercalcämie vor. Vit. K1 wird in unserem Körper nur in ganz kleinen Mengen in Vit. K2 umgebaut.

Ganz besonders Kinder und Jugendliche haben sowohl von Vitamin D3 als dadurch auch Vitamin K2 einen deutlich erhöhten Bedarf, v.a. während Wachstumsschüben. Starker Vitamin-D Mangel kann bei ihnen u.a. zu Rachitis führen und Kariesanfälligkeit. Auch in der Schwangerschaft sollte man diesen Wert im Blick behalten, da man durch den Bedarf des Fötus ganz schnell in einen extremen Mangel rutscht, der bleibende Entwicklungsstörungen beim Kind riskiert. Zu den weiteren Gruppen mit erhöhtem Bedarf gehören Krebspatienten, Asthmatiker, Frauen nach der Menopause und alle mit erhöhtem Herzinfarktrisiko, hohem Blutdruck und Osteoporose.

Dennoch kam keiner von sich aus auf die Idee, mal bei einer der zahlreichen Standard-Blutuntersuchungen während meiner Schwangerschaft (meine Tochter kam zum Glück wie gewünscht komplikationslos und gesund zu Hause zur Welt), meinen Vit D Spiegel überhaupt zu bestimmen. Dies geschah erst auf meine eigene Initiative hin. Uuuuund: wer hätts gedacht - obwohl ich vorbeugend direkt davor schon 1 Monat lang tägl. 20.000 I.E. Vit D3 Öl eingenommen hatte, war mein Spiegel im unteren Mangelbereich (daher stammt wohl auch der Spruch: "Jedes Kind kostet einen Zahn.")! Grob fahrlässig nenn ich das v.a. dem Kind und auch der Mutter gegenüber!
Denn aufgeklärt wurd ich über die hier genannten Zusammenhänge weder von Hebamme noch Frauenarzt. Die wussten, nachdem ich sie zu diesem Thema Löcher in den Bauch gefragt habe, selber noch nicht mal Bescheid bzw käuten wenn überhaupt, dann total überholte Lehrmeinungen wieder, die auf viel zu niedrigen Soll-Spiegeln und fehlendem Wissen über den Wirkkomplex VitaminD3&K2 beruhen!

Was während der Schwangerschaft auch nur auf Eigeninitiative hin untersucht wurde, waren meine Schilddrüsenwerte, die - oh Wunder, bei dem Energieloch, in das ich im 1. Trimenon reingerutscht war! ebenfalls viel zu niedrig waren (starke geistige Behinderung des Kindes als Konsequenz möglich, wenn unbehandelt oder zu spät dh ab dem 2. Trimenon entdeckt! Bei solchen Erfahrungen stellen sich mir die Nackenhaare auf! Aber das ist ein ganz anderes Faß.)

Und eine riesige Sauerei ist obendrein, dass man auch als Schwangere (nur < 18J. sowie Krebs- und Dialysepatienten) Vigantol-Öl oder ein anderes wirksames Vit D3-Präparat ausschließlich auf Privatrezept bekommt (zb Dekristol Kapseln - alles was in Tablettenform ist, ist unwirksam weil Vit D3 ein fettlösliches Vitamin ist und ohne kaum resorbiert wird, und was frei verkäuflich in Drogerien erhältlich ist, ist viiieel zu gering konzentriert). Kein Wunder, dies belastet sonst ja auch das Medikamenten-Verordnungs-Budget des Arztes zu sehr (Info aus 1. Hand). 10ml (1Fl.) Vigantol Öl kosten nämlich stolze rund 15€ und halten bei 20.000 I.E./Tag (weniger ist sinnlos bei Mangel) max 10 Tage - ein teurer Spaß, da man es um einen Mangel auszugleichen, mind 2-3 Monate nonstop hochdosiert einnehmen sollte, alles andere ist Augenwischerei.

Bei einem D3 Test Mitte 2016 lag mein Spiegel nach anf. 1 Monat tägl. 10.000 I.E und anschl. Erhöhung auf 20.000 I.E tägl. direkt nach einem komplett in Südportugal verbrachten Winter mit viel Sonne und Draußensein bei - ratet mal - schlappen 47ng/dl!! Dh. mein Spiegel muß zu Beginn der Einnahme definitiv unterhalb von 30ng/dl, also im Bereich des chronischen Mangels, gewesen sein.

Wenn man nun meint, über die Sonne hier in Deutschland und sogar im Winter ausreichend Vitamin D über die Haut bilden zu können - sorry, träumt weiter. Wenn dann außerhalb von Hochgebirgen bzw unterhalb von 1500m allerhöchstens von Juni-August und zwar nur zwischen 11 und 14 Uhr IN DER PRALLEN SONNE und zwar OHNE Sonnencreme oder Stoff auf oder über der Haut. Innerhalb dieses Zeitfensters genügend Vitamin D3 fürs ganze Jahr bilden zu wollen ist utopisch - und einen schon bestehenden Mangel nur darüber ausbügeln zu wollen, noch utopischer. Ach ja, und je geringer der Vitamin-D Spiegel, desto höher die Anfälligkeit für Sonnenbrand. bzw umgekehrt schützt ausreichend Vit D3 im Blut vor Sonnenbrand und der damit verbundenen Hautkrebsgefahr (eigene Erfahrung).
Und je dunkler der Hauttyp, desto intensivere Sonneneinstrahlung ist nötig, damit der Körper überhaupt Vit D über die Haut bilden kann. D.h. für dunklerhäutige Menschen ist das o.g. Zeitfenster hier noch um ein vielfaches kürzer - je dunkler die Haut, desto größer die Wahrscheinlichkeit, dass man einen gravierenden Vit D3 Mangel mit sich herumträgt.

Mir ist darüber hinaus noch persönlich ein Fall aus 1. Hand bekannt, wo trotz halbjährigem Sommer-Aufenthalt im Hochgebirge (Alpen und Kirgistan), der Vitamin D3 Spiegel nahe der Nachweisgrenze lag. Hier wurde zwar über die Haut genug Vitamin D gebildet, aber als D1 und D2, - es liegt hier eine genetisch bedingte Umwandlungsstörung in D3 vor. Das ist auch fast niemandem bekannt, dass es dieses Phänomen ebenfalls gibt. Diese Person kommt ihr Lebtag nicht um eine D3-Supplementierung drumherum, will sie sich nicht weiterhin mit den Konsequenzen eines chronischen D3-Mangels herumschlagen (s.o.).

Und wo wir schonmal beim Thema Sonneneinstrahlungsintensität und Vitamin D3 sind:
Das in den letzten Jahren sichtbar massiv zunehmende sog. Geoengeneering (aka Chemtrails) verkürzt das o.g. Zeitfenster nocheinmal ganz erheblich, je nach Region bis hin zu Null (je dichter besiedelt desto stärker).
Oder wie erklärt ihr euch sonst die plötzliche Häufung von schachbrettartig verlaufenden Flugzeug-Kondensstreifen am Himmel, die nicht wie früher wieder verschwinden, sondern sich zu diffusen Schleierwolken auseinanderziehen und somit die Sonnenstrahlenintensität hier am Erdboden deutlich verringern? - Schaut mal bitte nicht mehr nur noch in eure Wetter-App sondern auch mal wieder so wie unsre Vorfahren damals hoch zum Himmel, was sich da grade ungefragt und ohne jegliche Gesetzesgrundlage über unseren Köpfen abspielt! Und dank der verwendeten Aerosole vergiften tun uns diese künstlichen Schleierwolken pbendrein u.a. mit Aluminium und Barium... Jipiiii! Als wären noch nicht genug krankmachende Umweltgifte im Umlauf... Also, wer da keinen "Freudensprung" macht, den will ich sehen! Von der immer weiter zunehmenden Totalüberwachung mal ganz zu schweigen (siehe u.a. www.digitalcourage.de, vorratsdatenspeicherung.de) ... Sorry, falls ich damit dem ein oder anderen gerade seine "Alles ist/wird gut"-Blase zerpiekt habe - aber mir ist eben absolut NICHT piepegal unter welchen Bedingungen meine Tochter zukünftig leben müssen wird!!! Darum werde ich diese Entwicklungen NICHT länger stillschweigend abnicken oder gar die Augen davor verschließen! Hab keine Lust auf ein Déjà-Vu von 1968, in der wir dann die Generation sind, die von unsren Nachkommen (hoffentlich) zur Rede gestellt werden!

Ach ja - und zuletzt - wer sich nach dem Mittagssonnenbad OHNE Sonnencreme noch am selben Tag duscht, wäscht das frisch gebildete D1 und D2 gleich wieder von der Haut runter und führt seine Bemühungen damit ad absurdum...

Und noch was zum drüber Nachdenken: warum wohl treten Grippe-, Masern- und andere Epidemien auffälligerweise gehäuft immer zum Ende des Winters hin auf? Dreimal dürft ihr raten - bzw. 1 + 1 = ?

Meine Tochter hatte diesen Frühling übrigens zum zweiten Mal in ihrem Leben starken Husten, der weder mit Propolis, noch div. pflanzlichen Schleimlösern, was alles beim ersten Mal sehr gut angeschlagen hatte, besser werden wollte. Nach 1 Woche - ein Familienmitglied (Internist) wollte ihr schon eine asthmatische Komponente diagnostizieren - kam ich auf die Idee, nach einigen Wochen Pause wieder die Vit D3 und K2 Fläschchen hervorzukramen. Mit 10.000 I.E. D3 und 200µg K2 MK7 als Einmalgabe waren die Symptome schon am nächsten Tag und das bis heute restlos verschwunden!!!
Es tut mir voll leid, dass ich in der Situation nicht schon früher auf die Idee mit dem Vitamin D gekommen war... Seither nehmen wir beides wieder mind. alle 2 Tage. Sie schleppt die Fläschchen mittlerweile schon selbstständig aus dem Kühlschrank an und hält sie mir unter die Nase, falls ichs vergesse.. ;-)
Und diese Therapie hätte garantiert kein einziger der hiesigen Kinderärzte vorgeschlagen. Stattdessen wären wir von dort wohl mit nem Antibiotika- und evtl Cortison-Rezept von dannen gezogen, plus Panikmache, warum wir bewußt nicht impfen. Nee danke, das wär 100% vertane Zeit und Energie gewesen!

Aufgrund all der oben genannten Gründe kommt man meiner Meinung nach auch ohne die oben erwähnte Stoffwechselstörung nicht an Vit D3-Supplements vorbei. Zumal es in keinem Lebensmittel in ausreichender Konzentration vorkommt. In Lebertran oder Dorschleber (aus der Lebertran hergestellt wird) ist neben dem Vit. D3 vel zu viel Vit. A mit drin, was stark überdosiert würde, wenn man damit einen Vit. D Mangel beheben wollte. Und mit einer Vit A Überdosis ist nicht zu spaßen! Vitamin A ist nämlich ein fettlösliches Vitamin - und im Gegensatz zu den wasserlöslichen kann der Körper ein Zuviel davon nicht mal eben so wieder ausscheiden... Und alle anderen Lebensmittel enthalten maximal Spuren von Vit. D3, die in verzehrbaren Mengen noch nicht mal reichen den Tagesbedarf zu decken, geschweige einen bestehenden Mangel auszubügeln.

Und wenn man nun also seinen Arzt schon soweit überzeugt bekommen hat, dass er einem Vigantol-Öl verschreibt, dann unbedingt auf dem 10er Gebinde (N3, 10x10ml, ca 40€) bestehen. Weil ich persönlich keine Lust auf unnötige Rennerei zum Arzt hab (wer schlägt schon gern als gesunder Mensch seine Zeit zwischen kranken Leuten im Wartezimmer tot?), nehm ich drum das rezeptfrei in jeder Apo verfügbare D3 Öl von Dr. Jacobs. 20ml bei apotal.de für ca 7€/20ml, die günstigste mir bekannte Quelle (nein - ich krieg keinerlei Provisionen von denen - wär aber mal ne Idee beim Hersteller danach anzufragen - ernsthaft - soviel Zeit und Energie wie ich in Recherchen zu diesem Themenkomplex schon reingesteckt hab und deren Gewinnmargen..). Die haben übrigens auch K2-Öl vom selben Hersteller im Programm, kostet nur ca doppelt so viel wies D3 und Natto selbermachen hat auch noch ein paar weitere positive gesundheitliche Nebeneffekte.

Also, wer mit Krebs, chronischen Entzündungsprozessen, Kariesanfälligkeit, Arteriosklerose und hohem Blutdruck, Osteoporose, Anfälligkeit für Knochenbrüche, Asthma, Nasenpolypen, depressiven Verstimmungen bis hin zu Depression gesegnet ist, oder dem jede Erkältung oder Grippe aus dem Umfeld quasi zufliegt, sollte dringend der eigenen Gesundheit zuliebe mal ganz rasch seinen Vitamin D3 Spiegel abklären lassen (beim Hausarzt oder wenn der sich querstellt, per simplem Fingerpieks-Test zb von supplementa.com, Kostenpunkt ca 30€, eine Woche später hat man das Ergebnis ganz ohne Bettelei beim Arzt schwarz auf weiss im Briefkasten) und ggfs dem Mangel zu Leibe rücken.

Vitamin K2 lässt sich i.d.R. nicht überdosieren, obwohl es sich um ein fettlösliches Vitamin handelt - außer man nimmt blutverdünnende Medikamente wie z.B. Heparin oder Warfarin, dann sollte man auf jeden Fall vorher mit einem kompetenten Arzt oder Heilpraktiker darüber Rücksprache halten, da es hier Wechselwirkungen gibt und man dann mit der Dosierung aufpassen muß.

Nun genug des medizinischen Exkurses.
Meiner Meinung aber verdammt wichtig zu wissen, da die oben formulierten Zusammenhänge sehr großen Einfluß auf unsere Gesundheit und Allgemeinbefinden haben und noch viel zu wenig so kompakt kommuniziert werden. Darum teilt diesen Artikel sehr gern in eurem Freundes/Bekanntenkreis bzw auch auf den Social-Media-Plattformen.


Teil 2: Warum ausgerechnet Natto und wie stell ich das her?

Natto ist das einzige mir bekannte Lebensmittel, in dem Vitamin K2 als MK-7 (der wirksamsten Variante des Vit. K2) überhaupt in nennenswerten Mengen vorhanden ist. Zusätzlich ist es eine nicht zu verachtende Eiweißquelle, d.h. besonders auch Schwangeren und Stillenden zu empfehlen.
[Beide Gruppen sollten auch einen möglichst großen Bogen um Antibiotika machen, da sie sonst ungewollt das Baby/Kind mit abbekommt. Das erzählt einem sonst auch fast keiner. Vit D in Kombination mit Vit. K2, z.b. aus/als Natto kann damit wesentlich dazu beitragen, das Immunsystem so fit zu halten, dass man gar nicht erst so krank wird, dass man Antibiotika verordnet bekommt)].

Da man es käuflich oft nur in Asialäden bekommt, wir einen solchen meines Wissens hier nicht vor Ort haben und das gekaufte mehreren Erfahrungsberichten aus dem Internet zufolge oft eh sehr streng schmecken soll, entschied ich mich selbst welches herzustellen. Zumal das Procedere extrem einfach ist. Besonders mit Schnellkochtopf. Ansonsten lohnt sichs auch sich einen dafür anzuschaffen (zb im An und Verkauf, od bei Kleinanzeigenportalen im Netz, falls man nicht so viel Geld dafür ausgeben möchte, ggfs beim Hersteller nen neuen Dichtungsring ordern und alle Ventile unbedingt auf Funktionalität prüfen).

Ich möcht hier nachfolgend meine Erfahrungen mit der Nattoherstellung mit euch teilen.

Zum ersten Mal hab ich Natto im Juni 2016, vor 1 Jahr, hergestellt. Den ersten Starter bezog ich von makrobiotik.com - diese importieren ihn jedoch selbst auch nur vom Hersteller TopCultures aus Belgien (www.nattostarter.com) und verkaufen ihn um die Hälfte teurer weiter. Nachdem also das erste 10g Tütchen aufgebraucht war, holte ich mir den Nachschub darum direkt aus Belgien (9,50€ incl Versand für 10g, daraus kann man dann ca 10kg Natto herstellen, das entspricht ca 5kg Sojabohnen - bei unserem aktuellen Verzehr von 500g Natto tägl zu zweit reicht das für ca 1 Monat).

Die 500g Sojabohnen (unsere Portion für 2 Tage, bei mehr wird mein 3L-Schnellkochtopf leider zu voll) weiche ich über Nacht in kaltem Wasser ein, spüle sie am nächsten Tag mit frischem Wasser ab und koche sie abends dann ab Schließen des Kugelventils 30-60min im Schnellkochtopf auf dem 3. Ring (höchste Stufe) - im normalen Topf dauert das Geköchel angeblich 7-8h, reine Energie- und Zeitverschwendung meiner Meinung nach.

Ich lasse sie dann im Topf abkühlen, aber nur bis sich der Überdruck darin grade so von allein abgebaut hat, öffne dann den Deckel, entferne den Dichtungsgummi, setze den Deckel ohne diesen wieder drauf und gieße durch die entstandene Ritze das Kochwasser ab. (Schütte die Bohnen bewußt nicht in ein Sieb um Kontaminationen mit unerwünschten Mikroben zu vermeiden).

Dann heißt es sehr sauber arbeiten:

Zuerst den Deckel wieder runter, 1/2 Teelöffel Bacillus subtilis Pulver über die Bohnen streuen und mit einem sehr sauberen Vehikel, zb einem Buttermesser, gründlich unterrühren, damit möglichst viele Bohnen mit dem Pulver in Kontakt kommen. Dann Deckel wieder drauf (ohne Dichtungsgummi, am besten auch ohne Griff - denn der Bacillus subtilis braucht Luft, es darf aber kein Dreck od Staub reinfallen können) und ab damit an einen Ort, wo es mind 12h lang ca 40°C warm ist. Bei uns eine alte A4-Terrarienheizmatte, auf deren Mitte der Meßfühler eines Thermostats liegt, das die Matte an und ab schaltet. Da den Topf mittig drauf, irgendwas Isolierendes (warme Decke) drüber und fermentieren lassen.

Am nächsten Morgen gibts bei uns dann als frisches Natto zum Frühstück (wie in Japan traditionell auch, wo das Natto ursprünglich herkommt). Das Natto ist fertig, wenn die Bohnen einen gut sichtbaren weißen Belag haben und Fäden ziehen. Je kürzer die Fermentation, desto milder, je länger desto kräftiger und ammoniakalischer das Aroma.
Der Rest lässt sich in einem geschlossenen Behälter im Kühlschrank 2-3 Tage lagern oder auch einfach eingefrieren.

Wir, d h auch meine zweijährige Tochter, essen es sehr gern mit Sojsasauce und manchmal auch Majo (erhöht durch den Fettanteil die Bioverfügbarkeit vom Vitamin K2) und/oder Senf. Im Internet gibts zuhauf Rezepte, was man darüber hinaus noch alles Leckeres daraus zaubern kann. Der Kreativität sind dabei keine Grenzen gesetzt.

Wichtig ist, dass die Schichthöhe im Topf/Behälter max ca 5cm hoch ist bzw die Bohnen so locker liegen, dass genug Luft dazwischen durchkommt. Die Bohnen nach dem Animpfen darum keinesfalls andrücken!
Und je heißer sie dabei noch sind, desto besser - der Bacillus subtilis ist sehr hitzestabil - seine Sporen (=das Pulver) kriegt man erst bei mehr als 120°C tot! (1.Hand Erfahrungsbericht eines Speisepilzzüchters aus meinem Freundeskreis) und ebenso auch seine Unterart B. s. natto (kann ich aus eigener Erfahrung bestätigen).
Je heißer die Bohnen noch sind, desto besser nämlich die Konkurrenzverhältnisse für den B. natto gegenüber anderen Mikroben, die man darauf grade nicht vermehren möchte. Hat B. natto erstmal die Oberhand, ist er extrem konkurrenzstark. D.h. nach dem Kochen so schnell wie möglich animpfen!

Laut j-nattokinase.org produziert B. natto übrigens neben Vitamin K2 u.a. auch B-Vitamine, macht nebenbei noch Krankheitserreger wie Salmonella thyphimurium, Candida albicans, Staphylococcus aureus, Escherichia coli platt und fördert Bifidus Bakterien (dadurch signifikanter Beitrag zu gesunder Darmflora, von der unser Immunsystem stark abhängt).
Die Idee, die daraufhin hier aufgekeimt ist: B. subt. natto pur gefriergrtrocknet in Hemicellulose-Kapseln (magensaftresistent) zu füllen, davon dann eine täglich und dann mal sehn welchen Einfluß das dann aufs Allgemeinbefinden hat im Vgl. zum Natto Essen ;-)

Bzgl Soja und Bezugsquellen:

Die Sojabohnen kaufte ich anfangs im hiesigen Bioladen (die österreichischen von Rapunzel), wo sie allerdings ein Schweinegeld kosten (8€/kg bzw für 2kg Natto). Die österreichischen nicht nur wegen des deutlich kürzeren Transportweges als bei denen aus China, sondern auch weil mir GVO-frei extrem wichtig ist, und mir bei den chinesisches Sojabohnen das Vertrauen fehlt, trotz Bio-Siegel.
Mittlerweile bestelle ich sie im Online-Hofladen des Biohofs Lex in Bayern aus deren eigenem Anbau (Biobetrieb seit den 80er Jahren, einer der Pioniere im Ökolandbau, also kein reines "Marketing/Subventions-Bio", sondern aus Überzeugung), wo sie im 10kg Sack aktuell nur noch 2,40€/kg kosten bei sehr guter Qualität [gibt auch größere und kleinere Gebinde sowie halbiert, wodurch der Schalenanteil 70% geringer ist, was der Verdaulichkeit sehr zugute kommt (gilt generell für Hülsenfrüchte, doch Sojabohnenschalen blähen ganz besonders dolle, wie ich nun feststellen mußte). Davon werd ich nächstes Mal Gebrauch machen, da das Schroten in meiner kleinen Handgetreidemühle doch recht mühsam ist (aber immerhin noch sehr viel leichter als z.B. Roggen zu Mehl zu mahlen). Außerdem will ich auch mal Tempeh selber machen, wo geschälte bzw halbierte (Soja)Bohnen unabdingbare Voraussetzung sind (Starterkultur dafür gibts übrigens bei topcultures.com - der Nattostarter von denen ist super vital, der fürs Tempeh wirds genauso sein)].

Geht Natto auch ohne Soja?

Nun, bevor ich den Hof Lex entdeckte, fing ich an, damit herumzuexperimentieren, was geschmacklich dabei herauskommt, wenn man andere Hülsenfrüchte mit dem Bacillus natto fermentiert.
Mein Vorratsschrank gab damals Kichererbsen, weiße Süßlupine, schwarze Bohnen, Augenbohnen und braune Linsen dafür her. Ob er damit genausoviel K2 und B-Vitamine produziert wie mit Soja, weiß ich allerdings nicht. Würd mich aber sehr interessieren. Für Menschen mit Histaminintoleranz und D3/K2-Mangel sicher auch sehr wissenswert.

Kichererbsen, Augenbohnen und weiße Süßlupine waren als Natto allesamt sehr lecker - wobei die Süßlupine deutlich länger kochen muß, mind 2h im Schnellkochtopf, als die anderen genannten Hülsenfrüchte, sonst sind sie noch zu hart. Und bei Hülsenfrüchten niemals Salz ins Kochwasser, wenn dann höchstens ne Prise Natron, sonst kocht ihr euch dumm und dappig... ;-)

Die Linsen lagen wohl zu hoch im Topf, die schmeckten und rochen leider alles andere als nach Natto und zogen auch keine Fäden. Da hatte wohl wer anderes die Oberhand gewonnen, was aber nicht an den Linsen an sich gelegen haben muß. Mir sind auch schon einige wenige Chargen Soja-Natto mißraten (zu spät/kalt angeimpft oder vergessen die Heizmatte einzuschalten - *pfeif*

Da zu jenem Zeitpunkt leider mehrere störende äußere Ereignisse Einfluß auf mein Leben nahmen, hatte ich ab dann bis diesen Monat leider keine Kapazitäten mehr frei, diesen Versuch weiter zu verfolgen. Will ich aber demnächst wieder aufnehmen. Hängt v.a. davon ab, wann ich das nächste Mal Zeiz und Motivation finde, mit meinem Hackenporsche (aka Sackkarre) nach Berlin zu fahren und mich im arabischen Supermarkt mit neuem Hülsenfrüchtevorrat einzudecken. Die Linsen und Borlottibohnen vom Hof Lex werden auf jeden Fall auch dafür herhalten müssen. Eine äquivalente Versuchsreihe plane ich auch bei der Tempeh-Herstellung.

Nun genug für heut. Weitere Erfahrungen unten in den Kommentaren.
Wer von euch hat auch schon mal Natto hergestellt? Welche Erfahrungen habt ihr damit gemacht?
Sind noch Fragen offen geblieben? Dann hinterlasst gern einen Kommentar oder schreibt mir über das Kontaktformular. Freue mich sehr auf den Austausch mit euch!

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