Gutes aus Spitzwegerich

Die folgenden drei Rezepte sind als Grundrezepte zu verstehen, die äquivalent auch zur Verarbeitung anderer, im Rohzustand ungiftiger Kräuter angewandt werden können.

Spitzwegerich-Pesto

Zutaten:

  • frische oder getrocknete Spitzwegerichblätter und/oder Blüten(knospen)
  • hochwertiges kaltgepresstes Pflanzenöl, z.b. von Sonnenblume, Raps, Walnuß, Erdnuß,...)
  • flüssiger Honig, z.b. Robinienhonig

Zubereitung:

  • die Spitzwegerichblätter zusammen mit dem Öl mit Küchenmaschine oder Stabmixer fein pürieren (vorher ggfs. schon etwas kleinrupfen, damit sie sich besser pürieren lassen)
  • nach Geschmack mit Honig abrunden
  • in Schraubdeckelgläser abfüllen und kühl lagern. Beizeiten aufbrauchen

Spitzwegerich-Tee

  • frische oder getrocknete Spitzwegerichblätter und/oder Blüten(knospen)
  • Honig

Frischen Spitzwegerich zunächst zerdrücken (z.B. mit Nudelholz, oder zw. den Händen verreiben), so dass der Saft austritt bzw. die Zellen geplatzt sind. Honig (Menge nach Belieben) in gut handwarmem, aber nicht kochendem Wasser auflösen (max. ca 40-50°C). Den Spitzwegerich damit übergießen, ziehen lassen. Abseihen, wie kalten/lauwarmen Tee genießen.

Anmerkung:
Entgegen der traditionellen Methode der Sirupbereitung entschied ich mich hier, den Spitzwegerich oder die Auszüge davon NICHT zu erhitzen, da sonst gerade seine antibakteriell wirkenden Bestandteile zu leicht zerstört werden. Aber genau auf diese hat man es ja i.d.R. abgesehen, wenn man z.B. eine Erkältungskrankheit damit kurieren möchte.

Spitzwegerich-Salbe

Zutaten:

  • unbehandeltes Bienenwachs (Apotheke oder besser direkt beim Imker vor Ort nachfragen)
  • hochwertiges kaltgepresstes Pflanzenöl (z.b. Oliven-, Mandelöl)
  • frischen oder getrockneten Spitzwegerich (Blätter, Blüten(knospen)), ggfs. Vogelmiere, Schafgarbe, Birkenblätter

Zubereitung:

Alle Kräuter zerkleinern, ggfs. quetschen bis der Saft austritt. Mit Öl übergießen, bis sie damit bedeckt sind. Diese Mischung entweder in einem geschlossenen Schraubdeckelglas 2-3 Wochen an einem dunklen Ort - oder im Wasserbad bei MAX. 40-50°C (NICHT Kochen!) mind. 2-3h ziehen lassen. Anschließend durch ein sauberes Tuch abseihen, gut ausdrücken. Das noch warme Öl mit Bienenwachs bis zur gewünschten Konsistenz (i.d.R. ca 10g Bienenwachs pro 100ml Öl) andicken. Diese kann zwischendurch getestet werden, indem man einen Tropfen auf einem Teller, der zuvor im Gefrierfach stand, abkühlen lässt.
Anschließend die Salbe in eine leere Cremedose umfüllen (oder in Filmdöschen o.ä.), am besten randvoll, und bei offenem (!) Deckel abkühlen lassen. Beschriften, fertig.
Die Haltbarkeit einer solchen Salbe lässt sich erhöhen durch die Zugabe geringer Mengen Vitamin-E (ca 3ml/100ml Öl) und indem man, sofern man frische Kräuter verwendet, diese zuvor 24h welken lässt um dadurch indirekt den Wassergehalt der Salbe zu verringern. Letzteres gilt auch fürs o.g. Pesto.

Das Öl muß übrigens nicht unbedingt mit Wachs angedickt werden, sondern kann nach dem Abseihen sowohl äußerlich wie auch innerlich (z.B. bei entzündetem Rachen) verwendet werden.

Für alle Rezepte gilt: Da die Wirkstoffkonzentrationen der genannten Kräuter in Abhängigkeit u.a. von Standort, Wuchsstadium und ggfs. Lagerdauer (wenn getrocknet) stark variieren können, möchte ich hier keine konkreten Mengenangaben machen. D.h. da die Dosis das Gift macht, empfehle ich euch daher, erst mit geringen Konzentrationen anzufangen und diese dann peu a peu so lange zu steigern, bis ihr die gewünschte Wirkung beobachten könnt.